wir sind da!

Gestern, kurz vor 19 Uhr, war es soweit. Wir sind nach 71km und 970 Höhenmetern an diesem Tag vor die Kathedrale von Santiago gefahren! Ja, wir sind das letzte Stück in einem Rutsch durchgefahren, statt an zwei Tagen. Denn ein gutes Stück Weg ging nur bergab und wir waren nach 2 Wochen radfahren schon richtig gut trainiert. Vielleicht war es auch die Vorfreude auf Santiago, die uns so vorangetrieben hat. Auch wenn die Anstiege teilweise hart und steil waren, es lief irgendwie richtig gut. Und der Anblick der Kathedrale entschädigte für alle Strapazen der vergangenen beiden Wochen. Für die müden und schmerzenden Muskeln, den plattgesessenen Popo, die 3 platten Reifen, das fast abgerissene Schlauchventil, die kaputten Speichen, den ramponierten Fotoapparat, den wenigen Schlaf in nur teilweise bequemen Betten, den eisigen Wind, den Regen, das kalte Wetter, den Sonnenbrand.

Wir sind gut 750km von Caceres nach Santiago gefahren. Wir haben 2 Pässe bei etwa 1300 Metern überquert und unzählige Höhenmeter überwunden. Wir sind über 2000 Jahre altes römisches Pflaster gewandelt. Sind durch die Extremadura, Kastillien und Galicien geradelt. Über matschige und sandige Wege auf Weiden mitten im nirgendwo. Vorbei an schneebedeckten Bergen, durch malerische Täler und über einsame Felder. Wir haben in heißen Thermalquellen gebadet und das spanische Savoir-vivre genossen. Wir haben tolle Menschen getroffen und sei es nur für einen Tag.

Viele haben uns gefragt, warum wir uns im Urlaub soetwas "antun". Weil Erholung nicht beim Ausruhen anfängt. Weil dies Erfahrungen unbezahlbar sind und mehr als ihre bloße Summe. Weil das nur verstehen kann, wer es selbst erlebt hat. Das ist mehr als etwas sehen und dann weitergehen. Das ist mehr als Erleben. Das ist Erfahren. Deshalb.

3.5.14 12:46

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen