Nach dem Regen kommt Sonnenschein

So, endlich nach vielen Tagen mal wieder ein PC zum Schreiben! Das muss ich gleich mal nutzen!

Wo fang ich an? Wir sind heute 72km gefahren und in Pueblo de Sanabria angekommen (wer es mal googeln will, hier gibt es ein schoenes Landschaftsschutzgebiet in der Naehe, den Lago de Sanabria). Aber auch Pueblo ist sehr schoen, es gibt hier ne tolle Burg, die aber leider ueber 220 Stufen zu erklimmen ist.

Wir mussten heute so viel fahren, um in den Bergen, die in Galicien bald kommen, genug Zeit zu haben. Wir sind heute und gestern sehr viel ueber die Nationalstrasse gefahren. Heute etwa 55 Kilometer und gestern 31. Wir haben sozusagen ein Stueck vom Jakobsweg abgekuerzt, auch wenn uns das sehr leid tat.

Nach der wunderschoenen Extremadura mit ihren riesigen Weiden fuer Rinder, Schafe und Schweine (ich sage nur Jamon Iberico), die von alten Steinmauern eingezaeunt und unzaehligen Eichen (fuer die Schweine und fuer Weinkorken) beschattet wurden, erschien uns Kastillien & Leon zunaechst etwas eintoenig. Nur Felder, keine Baeume, viel unansehnliche Landwirtschaft. Aber das war wohl nur das Stueck zwischen Salamanca und Zamora (beides uebrigens tolle Staedte, Zamora gefiel uns bisher am Besten!).

Bisher sind wir nur auf die Berge zugefahren, jetzt sind wir langsam mittendrin. Morgen kommt der erste schlimme Aufstieg, dann fast jeden Tag mindestens ein weiterer. Aber nun gut, wir wollten das ja so

So, was noch? Ach ja der Regen. Der ist woertlich zu nehmen. Sind gestern in einen schlimmen Wasserfall vom Himmel geraten und knapp eine Stunde darin gefahren. Deshalb haben wir auch nach 43km schon aufgehoert und sind nicht weitergefahren (weshalb wir heute erneut die Abuerzung nehmen mussten). Oh, wir hatten so die Nase voll!

Aber dann kamen wir in der Herberge von Tabara an. Und es wurde ein toller Nachmittag und Abend. Die Jakobusgesellschaft dort versucht, eine Herberge alter Pilgertradition aufzubauen. Es gibt gemeinsames Abendessen, hinterher geselliges Beisammensein (alle Journalisten bei der Formulierung weghoeren) und morgens auch gemeinsames Fruehstueck. Dazu waren wir auch ne tolle Truppe. Iren, Franzosen, wir Deutsche sowie ein spanischer Hospitalero (der schon mehrere Buecher ueber den Camino geschrieben hat) und eine schwedische Hospitalera.

Jose, der Hospitalero, hat uns so kleine Schildchen mit Sinnspruechen darauf geschenkt. Meiner hie': "The power of mind doesn't know the word 'impossible'." Tja wie passend!

Nach dem ich in den ersten Camino-Tagen ein wenig mit meiner Urlaubsentscheidung gehadert habe, haette ich am Freitag fast aufhoeren muessen. Mein Oberschenkel tat beim in die Pedale treten so weh, dass ich nicht weiterfahren konnte und die letzten 30km nach Zamora mit dem Bus gefahren bin (Daniel ist brav weiter geradelt, haette aber im Nachhinein doch lieber den Bus genommen). Ich dachte wirklich, das war?s jetzt. Doch am naechsten Morgen war alles wieder gut und auch die anschliessende Fahrt ging ohne Probleme.

Probleme haben wir im Moment eher technischer Natur. Mir ist heute die Kamera runtergefallen - geht nicht mehr Und Daniel ist eine Speiche am Hinterrad kaputt gegangen. Wir muessen jetzt schauen, wie wir das hinkriegen. Im schlimmsten Fall heisst es aber nur: Strasse statt Camino. Aber wie heisst es auch so schoen: Der Weg ist das Ziel. Wir radeln weiter. Und hoffen weiter auf schoeneres Wetter und vor allem weniger Wind! Heute fuehlte sich das teilweise wie Rueckwaertsfahren an Buon Camino!

27.4.14 22:43

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen