Kein Jakobsweg und dann doch wieder

Auch wenn die Via de la Plata auch ein Jakobsweg ist (aber schon viel laenger eine Roemerstrasse), so sind wir eigentlich nicht mit dem Ziel hierher gekommen, einen "Jakobsweg zu machen". Wir hatten eher etwas wie unseren jaehrlichen Aktivurlaub im Sinn. So, wie wir schon in Cornwall oder der Provence radfahren gewesen sind.

Aber natuerlich ist der Jakobsweg fuer uns etwas besonderes. Und so beschlossen wir, auch hier auf der Via de la Plata in den Pilgerherbergen zu uebernachten. Mit allem was dazu gehoert. Das Bangen, auch ja noch einen Platz zu ergattern. Dusche und Toilette mit einem Dutzend anderer zu teilen. Mit Ohrstoepseln zu schlafen im Schlafsack. Und so weiter.

Aber als Fahrradpilger bist du eben kein richtiger Pilger. Der Weg verlangt dir viel Konzentration und Fahrgeschick ab. Du hast kaum einmal Zeit, dich auf dich selbst zu besinnen. Und wenn, dann zaehlt jeder Gedanke, diesen Berg da gerade hochzustrampeln.

Und dennoch hat sich heute bei uns so etwas wie Camino-Gefuehl eingestellt. Wir haben gestern ein paar Pilger aus Alaska kennengelernt. Wir haben mit zwei Hollaendern ueber gelacht und darueber debattiert, wer nun der Bessere im Fussball, Hockey und Eisschnellauf ist (die Hollaender haben wir nur beim Eisschnelllauf gewinnen lassen ;-) ). Wir haben heute in Hervas einen Deutsch-Spanier getroffen, der uns herumgefuehrt und ein paar tolle Bars gezeigt hat, der uns ueber die Stadt und die Menschen hier erzaehlt hat. Der Hospitalero unserer Herberge ist so zuvorkommend gewesen heute.

Vielleicht kommen wir ja so langsam rein in unseren Jakobsweg. Geplant ist auf jeden Fall, morgen in einer Herberge zu uebernachten, die von einem Pfarrer gefuehrt wird. Am Mittwoch dann wollen wir in Salamanca ankommen.

Fuer alle, die unsere Route interessiert: Wir sind am Samstag in Cáceres gestartet und radeln jetzt seit drei Tagen. Die ersten beiden Tage haben wir jeweils um die 53km geschafft. Heute jedoch nur 36. Zum einen waren wir sehr platt. Denn mehr als die Haelfte jeder Strecke geht ueber Trampelpfade auf Weiden und die legt man auch mit dem Rad nicht gerade schnell und kraftschonend zurueck. Zum anderen hat es heute Nacht und am Morgen geregnet. Die Weidewege waren somit auch noch sehr matschig und das war echt eine Qual. Deshalb haben wir kurzfristig beschlossen, uns Hervas nicht nur anzugucken, sondern auch hier zu bleiben.

Unseren Raedern haben wir zur Feier des Tages ein Bad in der Autowaschanlage gegoennt, das hatten sie auch dringend noetig. Bisher hatten wir mit dem Wetter eher Glueck. Am Freitag, als wir nach Caceres fuhren, waren es 31 Grad. Am Samstag dann bewoelkt und nur 17 Grad, gestern sonnig, aber auch nur maximal 23 Grad. Bestes Wetter zum Radfahren also. Sonnenbrand hab ich natuerlich auch schon, trotz eincremen.

Ich hoffe, ihr hattet alle ein schoenes Osterfest. Wir auch! Mit Prozessionen und allem drum und dran! Buenas noches!

22.4.14 00:28

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen