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For Free

For Free bekommt man hier in Australien einiges geboten. In die meisten Museen und Gallerien kommt man umsonst rein. Festivals, egal ob Musik oder Comedy, sind gratis. Und in Melbourne gab es in diesem Sommer wieder eine Konzertreihe fuer lau. Eine Wohltat, sowohl fuer die Backpacker-Geldboerse als auch das Beduerfnis nach ein wenig Kultur.

For Free komme ich hier auch ins Internet, naemlich in der hiesigen Bibliothek. Hier in St. Kilda bin ich jetzt Mitglied, deswegen darf ich hier jeden Tag eine halbe Stunde an den PC. Aber auch so ist in den Bibliotheken in Australien das Internet umsonst. Nur E-Mail schreiben kostet meistens.

For Free gibt es heute auch etwas fuer euch. Hab es endlich geschafft, ein paar Bilder hochzulanden. Die findet ihr unter "Fotos Australien 4". Mehr flogen in Kuerze Zudem hab ich mal eine kleine Beschreibung meines Sandwich-Jobs unter "Meine Jobs" hinzugefuegt.

Nicht For Free, dafuer aber fuer wenig, hatte ich gehofft, in Cairns ein Paket mit verschiedenen Sachen Richtung Heimat schicken zu koennen. Hatte auch ein guenstiges Angebot eines Paketservices gefunden. Anscheinend guenstig. Hab da heute angerufen. Und was ich da erfuhr, haute mich glatt von den Socken. Da sollte ich doch tatsaechlich eine Zusatzgebuehr von 75$ bezahlen, nur damit die mein PAket verschicken. Das ganze Paket allein haette mich nicht mal so viel gekostet. Jetzt werde ich es ganz gewoehnlich mit der Post schicken muessen. Und halt ein paar Sachen mehr mit mir rumschleppen als geplant.

1.3.05 06:39, kommentieren

Beach Tango in Rot und der Harley Davidson Mann

Wir schreiben den 3. Maerz 2005 und Melbourne feiert Geburtstag. Der Formel 1 Grand Prix von Australien findet zum 10. Mal statt.

St. Kilda Beach, wolkenloser blauer Himmel, nur ein frische Brise weht vom Meer. Weisse Zelte wiegen sich im sanften Wind, Aluminiumzaeune verziehen keine Miene. Menschen, ganz in rot gekleidet, laufen hin und her, sprechen in ihre Funkgeraete, dirigieren Leute. Was geht hier vor?

Die Ferraris sind los! Heute morgen im Radio nur eine kleine Meldung. Michael Schumacher und Rubens BArrichello beim Beachvolleyball am Strand direkt bei mir um die Ecke. Volltreffer! denke ich. Nichts wie hin. So nah komm ich dem Schumi nie wieder.

Doch dann die Ernuechterung. Abgesperrt. Nur hier und da laesst sich ein Blick auf das Spielfeld erhaschen. Zelte und Zaeune versperren die Sicht. Zutritt nur fuer Presse und Sponsoren. Mal wieder nichts fuer den kleinen Fan. Enttaeuschung. Doch dann ein kleiner Hoffnungsschimmer. Die beiden Piloten sind noch nicht angekommen. Das grosse Warten beginnt.

Nach einer Weile bewegen sich 3 grosse Autos auf die wartenden Fans und Schaulustigen zu. Nacheinander steigen die Passagiere aus. Beim 3. Auto geht ploetzlich ein Schrei durch die Menge: "Rubinho!" Und tatsaechlich, er ist es: Rubens Barrichello. Schnell schiesse ich ein paar Fotos, er steht nur 3m von mir entfernt. Aufregung. Stolz. Rubinho gibt brav ein paar Autogramme und verschwindet dann Richtung Strand.

Doch wo bleibt Schumi? Wieder eine Weile warten. Ein weiteres Auto kommt, doch keine Spur von Michael. Ein paar Minuten spaeter kommt jemand auf einem Motorrad angeduest, genau auf uns zu. Haelt an und steigt ab. Den Helm behaelt er auf. Ohne uns zu beachten geht er schnurstracks zum abgesperrten Bereich. Ploetzlich ruft jemand "That's Schumaecker!" Doch da ist er schon weg.

War er das wirklich? Doch als niemand weiter kommt, begreife ich, dass es wirklich Michael Schumacher gewesen sein muss. Tolle Sache! Nicht mal angucken duerfen ihn seine Fans. Wir sind schon vom folgenden Beachvolleyball-Spiel ausgeschlossen und der Grund unseres Hierseins verkleidet sich, damit ihn keiner bemerkt. Sowas nennt sich dann Fan-Naehe. Kopfschuetteln.

Draussen vor den Toren zum Spielfeld stehen kleine Menschentrauben, bewaffnet mit Fotoapparat und Autogrammblock. Nicht wenige sind in Rot erschienen. Drinnen werden die Teams vorgestellt. Michael Schumacher spielt mit den Olympiasiegern von Sydney 2000, 2 knackigen Blondinen im ueblich knappen Dress. Ein paar Fotos mit dem Zoom gelingen mir, man kann beide Fahrer sogar drauf erkennen.

Das Spiel startet, doch ich muss gehen. Die Arbeit ruft. Aber eine klaegliche Ausbeute ist es ohnehin. Dieser kleine Ausflug hat sich nicht wirklich gelohnt.

1 Kommentar 3.3.05 06:55, kommentieren

Ich sehe rot und pink in Melbourne

Rot, Ferrari-Rot. Ich war so sauer gestern. Dieser ganze Formel-1-Zirkus hat Melbourne in ein Chaos gestuerzt. Und Ulli mittendrin. Was ist passiert? Ich habe meinen Flug nach Cairns verpasst.

Die Rennstrecke liegt leider mitten auf dem Weg von St. Kilda in die Innenstadt und wegen dem ganzen Trubel fahren zur Zeit nur Schienenersatzbusse. Auf naemlichen durfte ich geschlagene 30 min warten und zwar im stroemenden Regen. Meine Gesundheit hat sich gefreut (heisser und Schnupfen). Dann ist der Bus foermlich in die Innenstadt geschlichen, kein Wunder bei dem Stau. Normalerweise braucht man ne halbe Stunde, wir haben mindestens 50 min gebraucht. Erfreulicherweise durfte ich mitsamt Gepaeck noch 2 Blocks zum Airport Shuttke Bus laufen, welcher mir deswegen genau vo der Nase wegfuhr. Viertelstunde auf den naechsten Warten und alles war zu spaet. War genau am Flufhafen, als mein Flieger abhob.

Bitte keine dummen Bemerkungen, ich hab mich rechtzeitig auf den Weg gemacht. 2h haetten trotz Formel 1 reichen sollen. Haben sie leider nicht und mich 180$ gekostet. Hab den Flug umbuchen muessen auf heute frueh und diesmal bin ich sogar 3h eher los. Nur um mich ewig auf dem Flughafen zu langweilen.

Ihr koennt euch ja vorstellen, dass ich entsprechend deprimiert war. Da ich die Nacht nicht auf dem Flughafen verbringen wollte, bin ich zurueck nach St. Kilda. Die WG-Maedels haben sich gefreut, denn ich hatte nicht die Gelegenheit, mich von allen persoenlich zu verabschieden. Sie haben mich getroestet und das hat schon viel geholfen.

Unsere Nachbar-WG hat gesten eine Party geschmissen und uns auch eingeladen. Thema: "Pink". War echt total lustig und das Beste, um mich von meinen trueben Gedanken abzulenken. Einige Jungs waren als pinke Haesschen gekommen, ein anderer hatte ne pinke Uniform an und ein paar Maedels Tuetues. Hab mich praechtig amuesiert und unterhalten. Hab sogar ne halbe Stunde mit nem Deutschen gequatscht, ohne zu merken, dass er Deutscher ist. Der hatte fast gar keinen Akzent. Und so wurde aus dem 'roten Tuch' ein pinkfarbenes und die Welt fuer die Ulli wieder ein bisschen rosiger.

6.3.05 05:14, kommentieren

Lass' die Sonne in dein Herz

Irgendwie reisst die Kette ungluecklicher grosser und kleiner Zufaelle nicht ab. Die ganze traurige Melbourne-Geschichte mit Jobs finden und so kennt ihr ja schon. Dazu kam dann noch der verpasste Flug. Gestern wollte ich dann meine Tour buchen in Cairns, konnte ich aber nicht, da das nur der Manager machen darf mit den abgearbeiteten Stunden und sie gestern frei hatte.

Heute hatte sie soviel zu tun, dass ich 1 1/2h warte musste, und dann waren meine Daten nicht im Computer. Also wurde erstmal rumtelefoniert und so weiter, bis dann endlich alles hingehauen hat. Die Tour ist jetzt gebucht, nur das Boot, mit dem ich eigentlich um die Whitsunday Islands segeln wollte, war schon voll und ich musste auf ein anderes ausweichen. Da das alles so ewig gedauert hat, musste ich ins Hostel zurueckrennen und mein Paket fertig packen, bevor die Post zumachte. Das hab ich ja noch hingekriegt, nur leider war das schoene Paeckchen zu gross und so musste ich innerhalb von 5 Minuten in ein kleineres umpacken. Ging natuerlich nicht alles rein, was sollte. Aber jedenfalls ist in meinem Rucksack jetzt erstmal wieder Luft.

Na ja, wenigstens ist mein Bus fuer morgen gebucht. 10h Busfahrt sind zwar kein Zuckerschlecken, aber mithilfe von 3 halbstuendigen Pausen wird es schon gehen. Von Mittwoch bis Freitag bin ich dann segeln in den Whitsunday Islands und ich schlafe auch auf dem Schiff. Hoffentlich werde ich nicht seekrank. Samstag kann ich mich dann noch in Airlie Beach ausruhen, bevor es dann ueber Nacht weiter geht nach Rainbow Beach. Von dort starte ich dann am Montag, 14.03., zu meiner Tour nach Fraser Island. Ist ein bisschen Safari maessig, mit Jeep und im Zelt schlafen. Danach wieder ein Tag entspannen und am 18.03. geht es nach Brisbane, wo ich 3 Tage bleibe. Mal wieder ueber Nacht (voraussichtlich 20h Fahrt) geht es dann nach Sydney, wo ich am 21.03. von Kiki und Eva freudig empfangen werde. Und am 25. geht es dann Richtung Heimat, aber das wisst ihr ja schon.

Heute abend werde ich das letzte Mal durch Cairns schlendern und in der Lagune baden. Danach goenn ich mir noch eine Schulter- und Nackenmassage. Hab meinen Rucksack ja oft und lange genug rumgetragen in den letzten Tagen. Zum in die Sonne legen ist es mittlerweile zu spaet, aber auf dem Segelschiff hab ich dazu ja noch mehr als genug Gelegenheit.

1 Kommentar 7.3.05 09:55, kommentieren

Leinen los!

In 2h geht es los zu meinem ersten Segeltoern ueberhaupt. Bin schon maechtig gespannt, was da alles auf mich zukommt. Mit maximal 24 Leuten sind wir ne recht kleine Besatzung, aber dafuer schlafen wir auch auf dem Boot. Mal sehen, was ich mir da eingebrockt habe. Ich hoffe wirklich instaendig, ich werde nicht seekrank. Aber zumindest werden wir in das ganze Segeln mit einbezogen, da lern ich also auch noch was und lieg nicht nur den ganzen Tag faul in der Sonne rum. Und Schnorcheln geh ich auch noch.

In Airlie Beach ist es heute leicht bewoelkt, was aber keineswegs eine Entwarnung fuer Sonnenbrand ist. Die Sonne ist auch durch die Wolken extrem stark und ich bin auch schon entsprechend von Kopf bis Fuss eingecremt.

Insgesamt 48h werde ich um die Whitsunday Island cruisen, d.h. ich bin in dieser Zeit weder telefonisch noch internetmaessig zu erreichen. Aber ich denke, ihr werdet das ueberleben.

9.3.05 02:55, kommentieren